Yves hat im Wintertraining in Sardinien und Italien intensiv trainiert – vor allem auf Strecken mit den tiefen und löchrigen Spurrillen. Die Saison 2015 war durch Hochs aber auch Tiefs geprägt, wie es eben im Sport so ist. Da die Schweizer Meisterschaft stark besetzt ist, der Speed extrem hoch, waren die Ergebnisse stark gefährdet. Wenn alles passte, konnte Yves sensationelle Resultate erzielen. Aber seht oder liest selbst:

Ende März startete die FMS Swiss Championship im fribourgischen Aeschlenberg. Viel Regen am Samstag und winterliche Temperaturen am Sonntag forderten von den Piloten alles ab. Die Streckenverhältnisse erreichten wohl den höchsten Schwierigkeitsgrad – der Veranstalter gab aber alles, damit die Rennen korrekt durchgeführt werden konnten. Im Zeittraining qualifizierte sich Yves für den sehr guten 2. Startplatz. In Lauf 1 startete Yves gut und war gleich an 3. Stelle hinter Gonseth und Baumann. Er konnte sein Tempo super halten und Baumann überholen. Einzig Kim Schaffter kam noch an ihm vorbei und er beendete diesen 1. Lauf auf dem super 3. Rang. Im 2. Lauf fiel der Startbalken sehr schnell und Yves kam etwas verzögert aus dem Startgatter. An 7. Stelle kam er aus der ersten Runde und überholte zügig Romain Billerey und Julien Bill. Mitte Rennen konnte er den 3. Platz ergattern, musste aber noch zwei Plätze an Nicolas Bender und Johan Lafont abgeben. Er beendete das Rennen auf dem guten 5. Platz. Durch die gute Konstanz ergab dies den 3. Tagesrang und somit sein erstes MX1-Podium.

Nach diesem hervorragenden Rennen ging es gut motiviert ans Heimrennen nach Frauenfeld. Obwohl es die ganze Woche über geregnet hatte und es am Ostersonntag sogar noch schneite, war die Rennstrecke in gutem Zustand. Klar war aber, es wird sicher kein einfaches Rennen; Heimrennen sind nicht immer mit Heimvorteil verbunden. Yves war am Morgen in der Qualifikation hervorragender Zweiter, nur 1,3 Sek. hinter WM-Pilot Jeremy Seewer. Nach der Start-S-Kurve im 1. Lauf war Yves etwa an 6. Stelle, als vor dem ersten grossen Sprung zwei Fahrer unmittelbar vor ihm stürzten. Er konnte nicht mehr ausweichen und stürzte schwer, wobei ihn noch ein paar Fahrer überrollten. Als er sich wieder aufgerappelt hatte, war das Feld schon eine halbe Runde weiter. Ein Runde später kam er in die Box, um den Lenker vom Sturz zu richten, was ihn wiederum 15 Sek. kostete. Mit viel Herzblut nahm er das Rennen wieder auf – machte in Rd. 3: 7 Plätze, in Rd. 5: 5 Plätze und danach Runde um Runde 2 – 3 Plätze gut – und kämpfte sich bis auf den 11. Rang vor. Im 2. Lauf startete er sehr gut und konnte gleich hinter Jeremy Seewer in die erste Kurve einbiegen. Einige Runden später musste er Gonseth und Bill ziehen lassen. Bill stürzte jedoch gleich danach und Yves touchierte noch sein Motorrad, wobei es ihm den Schalthebel verbog. Danach kämpfte er mit vielen misslungenen Schaltvorgängen. 6 Runden vor Schluss passierte es dann, Yves fuhr auf dem sicheren 3. Rang, als ihm der Gang ins Neutral wechselte und er wiederum spektakulär stürzte. Nein, aber noch immer nicht genug Pech, beim Sturz wurde sein Startknopf demoliert (KTM’s haben ja keinen Kickstarter) und so brauchte er einige Zeit, bis er sein Bike wieder „kurzgeschlossen“ hatte. In der Box machten wir uns schon riesige Sorgen, da Yves eine ganze Runde nicht mehr auftauchte und auch die Zeitnahme ausfiel. Wir waren aber richtig froh, als er dann endlich wieder in Sicht war. Yves beendete diesen Lauf ohne Punkte. Auch in der Meisterschaft warf ihn dieser schwarze Montag bis auf den 10. Zwischenrang zurück.

Nach einer kurzen Woche ging es bei wunderschönem Wetter auf Yves’ Lieblingsstrecke nach Payerne. Die Blessuren nach Frauenfeld waren verheilt, einzig am Sonntagmorgen vor dem Quali klagte Yves über Grippesymptome und Nackenschmerzen. In der MX-Open-Klasse nahmen wiederum zwei WM-Gaststarter, Valentin Guillod und Cédric Soubeyras, teil. Yves konnte als 6ter an den Startbalken rollen. Im 1. Lauf startete Yves sehr gut und war gleich auf der 2. Position hinter Soubeyras gefolgt von Baumann und Gonseth. Das Tempo vom Führenden war sehr hoch und Yves verlor in den ersten Runden zwei Plätze. Dann schoss natürlich auch WM-Pilot Guillod noch vorbei. Yves konnte einfach sein Tempo nicht fahren und er beendete diesen Lauf auf dem 10. Rang – total erschöpft – von der Grippe geplagt. Jetzt hiess es, die Pause gut zu nutzen, um Yves wieder fit zu kriegen. Auch im 2. Lauf kam er gut aus dem Gatter und bog als Dritter in die erste Kurve. Dann jedoch fuhr ein Fahrer mit voller Wucht auf sein Heck auf, riss das halbe Fahrerfeld hinter sich zu Boden und auch Yves wurde regelrecht aus dem Sattel geworfen. Wieder musste er von hinten aufholen. Nach 2/3 des Rennens war er bis auf den 9. Platz vorgefahren. Leider ist ihm wegen der Grippe die Puste ausgegangen und er beendete den Lauf auf Platz 11.

An der 60. Auflage in Wohlen haben es die Verbände SAM und FMS geschafft, ein perfektes Rennwochenende vor 12’000 Zuschauern zu organisieren. Yves fühlte sich nach seiner Virusgrippe wieder besser und kam gut gelaunt nach Wohlen. Am Samstag fuhr er für die SAM-Meisterschaft und konnte beide Läufe bei noch etwas schlammigen Verhältnissen locker vor Adrian Schweiwiller gewinnen. Am Sonntag stand dann die Schweizer Meisterschaft (FMS) auf dem Plan. Yves gewann das Quali mit 0,02 Sek. vor Simon Baumann. Im 1. Lauf startete er auf der frisch gewässerten Piste sehr gut, konnte bald Baumann überholen und führte das Rennen fünf Runden lang an. Den etwas schlechter gestarteten Gonseth musste er zwar noch ziehen lassen, aber in der Schlussphase konnte er nochmals nahe aufschliessen – er fuhr die schnellste Rundenzeit in der drittletzten Runde – und kam nur 2 Sek. hinter Gonseth als Zweiter ins Ziel. Der Start zum 2. Lauf war genial und Yves führte die Meute über die ersten Runden an. Gonseth übernahm zwar wieder die Führung, aber Yves nahm die Verfolgung auf und blieb dran. Schon bald fingen die Überrundungen an und in Runde 10 wurde ihm ein solches Überholmanöver zum Verhängnis. Leider konnte der überrundete Fahrer die Spur nicht halten und Yves musste kurz zu Boden. Dadurch verlor er seine 2. Position, kam aber noch als Fünfter ins Ziel. Dies ergab den tollen 3. Podestplatz. Nach den zwei misslungenen Rennen in Frauenfeld und Payerne ist die Motivation wieder gestärkt. Klar ist, Yves kann das Tempo der Spitze fahren und weitere Top-Platzierungen sind absolut realistisch.

Im aargauischen Muri holte sich Yves die Poleposition in der Qualifikation. Im ersten Lauf wurde er in der 180-Grad-Startkurve etwas eingeklemmt und kam als 10ter aus der ersten Runde zurück. Kontinuierlich arbeitete er sich bis auf den 4. Platz vor, musste aber noch Baumann und Schaffter ziehen lassen und kam als 6ter ins Ziel. Als 4ter kam Yves im 2. Lauf daher und kämpfte sich schnell auf den 2. Rang vor. Dieser wurde hart umkämpft von Schafer, Gaststarter Reuther und Gonseth. Yves konnte sich gegen den Leader Gonseth durchsetzen und kam als guter 4ter überglücklich ins Ziel. Endlich in Muri wieder mal gut gepunktet mit einem 5. Tagesrang.

Ein Woche zuvor fand der MXGP in Villars-sous-Ecot in Frankreich mit 45’000 Zuschauern auf einer super präparierten Piste statt. Die FMS-Fahrer fanden eine zerbombte, staubtrockene und zuschauerleere Piste vor. Yves war trotzdem motiviert und holte sich den 2. Startplatz hinter Auberson. Vor dem ersten Lauf wurde die Piste noch stark gewässert. Yves gewann den Start. Er wollte unbedingt einen Sturz auf der noch rutschigen Strecke vermeiden und hat dadurch in der ersten Runde etwas zu wenig gepusht. Auch fand er nicht die ideale Linie und hat ein paar Plätze verloren. Nach 2/3 des Rennens dann das grosse Drama. Ein grosser scharfkantiger Stein schaute aus einer tiefen Spurrille heraus und drei Fahrer erlitten kurz hintereinander einen Kettenriss, darunter auch Auberson und Gonseth. Yves hatte Glück und konnte den 5. Platz einfahren. Beim 2. Lauf gelang ihm kein optimaler Start und er kam als 8ter aus der ersten Runde zurück. Diesmal war die Linienwahl viel besser und er beendete diesen Lauf als 6ter = 5. Tagesrang.

In fribourischen Broc fand das 7. Rennen der Schweizer Meisterschaft statt. Yves konnte sich wiederum einen guten 3. Startplatz sichern. Im 1. Lauf war er an guter 5. Position als er über einen Sprung schräg versetzt nicht in der Sandpassage sondern neben der Strecke auf dem harten Boden aufschlug. Zum Glück zog er sich keine schwere Verletzung zu, aber für diesen Lauf gab es einen Nuller. In der Pause bis zum 2. Lauf wurde gekühlt, gekühlt und nochmals gekühlt. Yves wollte diesen unbedingt fahren. Nach dem Start kam er wieder als 5ter daher, musste noch ein paar Fahrer ziehen lassen und konnte den Lauf aber auf dem 9. Platz beenden. Yves hatte viel Glück an diesem Wochenende, dass die Füsse nur gestaucht aber noch heil waren. Durch diesen Nuller fehlen ihm wertvolle Punkte zum Anschluss auf den 5. Rang in der Meisterschaft.

In Roggenburg fand das letzte Rennen der FMS statt, da für Cossonay kein Ersatz gefunden wurde. Top motiviert sicherte er sich mit 0,019 Sek. Abstand auf Baumann die 2. Startposition. Beim 1. Lauf wurde Yves in der engen Startkurve eingeklemmt und konnte den Lauf auf Pos. 8 beenden. Im 2. Lauf klappte es beim Start besser, kam jedoch in der ersten Runde mit Schafer zusammen und beide stürzten. Vom letzten Platz musste Yves wieder die Aufholjagd starten. Er wusste, dass er vor Schafer ins Ziel kommen musste, wenn er den 6. Meisterschaftsrang behalten wollte. Yves kämpfte sich durch das gesamte Feld mit vielen Überholmanövern. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Schafer kam er als 7ter ins Ziel, was den 7. Gesamtrang in der Schweizer Meisterschaft bedeutete.

In der SAM-Meisterschaft konnte sich Yves dieses Jahr souverän den MX1-Meistertitel holen. Es gab viele spannende Zweikämpfe mit Simon Baumann und Yves konnte sich dieses Mal meistens durchsetzen, wie auch meisterlich in Schlatt b. Winterthur. Da lieferten sie sich für das Publikum wie auch für uns Helfer ein wirklich spannendes Duell, welches Yves aber in der zweitletzten Kurve für sich ausmachte.

Aussichten:

Ihr habt ja schon von Yves’ Projekt per Post erfahren und er wird „a cup coffee for a dream“ durchführen. Es fehlen zwar noch ein paar tatkräftige Sponsoren, „aber wenn nicht jetzt, dann gar nie mehr“, sagt er sich. Er hat sein Arbeitspensum ab Januar 2016 auf 40% reduziert, hat ein strenges Fitnessprogramm begonnen und ist zurzeit in Sardinien im Sand trainieren. Auch wird er bei den ADAC MX Masters-Rennen starten, um so eine optimale Vorbereitung auf den MXGP in Frauenfeld am 7. August 2016 zu erreichen.

Yves und sein Team danken nochmals allen ganz herzlich für die Unterstützung und freuen sich auf eine spannende Saison 2016.